Internationaler Chorwettbewerb im Landkreis Miltenberg - Pressemeldungen
Internationaler Chorwettbewerb im Landkreis Miltenberg

Pressemeldungen

22.07.2014

Frauen und Männer der ersten Stunde als „Geburtshelfer“ des Internationalen Chorwettbewerbs geehrt
Ohne sie wäre der Internationale Chorwettbewerb 1996 nicht ins Leben gerufen und bis heute alle zwei Jahre mit großem Erfolg durchgeführt worden, v.l.n.r.: Otto Büchner, Roland Schwing, Gabriele Schmidt, Helmut Oberle, der hier von seiner Ehefrau vertreten wird, Berthold Ehrhard und Klaus G. Müller.

Landrat Jens Marco Scherf würdigte beim 10.Internationalen Chorfestival im Elsenfelder Bürgerzentrum am Sonntagabend eine Frau und fünf Männer für ihr Engagement für den Internationalen Chorwettbewerb im Landkreis Miltenberg, der ein „herausragendes Ereignis“ darstelle. Für Otto Büchner, den damaligen Sängerkreisvorsitzenden Miltenberg, der bis heute aktiv sei, war – so Scherf – der Wettbewerb eine „Herzensangelegenheit“. Als Landrat habe Roland Schwing von Anfang an hinter dem Plan gestanden, Kulturreferentin Gabriele Schmidt dürfe als „Mutter des Chorwettbewerbs“ bezeichnet werden, der damalige Elsenfelder Bürgermeister Helmut Oberle habe dem „Wettbewerb“ in Elsenfeld „seine Heimat gegeben und ihn immer unterstützt, Berthold Erhard habe als damaliger Sängerkreisvorsitzender Obernburg von der „ersten Stunde an die Bindung zu den Vereinsvorsitzenden hergestellt, und ohne Klaus G. Müller als Initiator und Leiter des jeweiligen Festivalchors und auch als Juror sei der Internationale Chorwettbewerb nicht vorstellbar. Langanhaltender Beifall der gut 600 Besucher im Bürgerzentrum bewies, dass Landrat Scherf mit seiner Würdigung den Wunsch zahlreicher Freunde der Chormusik getroffen hatte.

Bayerns Justizminister Winfried Bausback (links) überreichte als Vertreter des Ministerpräsidenten am Ende des Internationalen Chorwettbewerbs im Elsenfelder Bürgerzentrum den Porzellanlöwen als Staatsehrenpreis an den Siegerchor für die beste Interpretation des Pflichtstücks. 

Bayerns Justizminister Winfried Bausback (links) überreichte als Vertreter des Ministerpräsidenten am Ende des Internationalen Chorwettbewerbs im Elsenfelder Bürgerzentrum den Porzellanlöwen als Staatsehrenpreis an den Siegerchor für die beste Interpretation des Pflichtstücks. aus Indonesien hatte von den drei Juroren Professor Martin Steidler aus München und den Chordirektoren vom Untermain Holger Blüder und Klaus G. Müller für seinen Vortrag der modernen Mottete die Höchstpunktzahl 25 erhalten. Chorleiter Augustinus Bambang Jusana (rechts) nahm stellvertretend für seinen Chor die Ehrung entgegen. Bausback übermittelte auch die Glückwünsche von Ministerpräsident Horst Seehofer, der zum wiederholten Mal die Schirmherrschaft für den Internationalen Chorwettbewerbs übernommen hatte.

Mit seinem eleganten, perfekt inszenierten Auftritt gewann der „Festino Chamber Choir“ mit seiner Dirigentin Alexandra Makarova mit großem Abstand den Preis des Publikums.
Dem Chor aus Petersburg flogen die Herzen der Chorfreunde zu. Die entschied den Publikumspreis im Elsenfelder Bürgerzentrum. mit seiner Dirigentin Alexandra Makarova mit großem Abstand den Preis des Publikums.

Es war ein rauschender Abschluss des 10.Internationalen Chorwettbewerbs am Sonntagabend im ausverkauften Elsenfelder Bürgerzentrum vor gut 700 Besuchern – ein Abschluss, der bewies, wenn es diese Veranstaltung nicht schon seit 1996 gäbe, müsste man sie dringend erfinden. In gut vier Stunden, die wie im Flug vergingen, stimmten die Zuhörer mit ihren Eintrittskarten in der Kategorie B – Folkloren, Spiritual & Jazz – über den Publikumssieger ab. Traditionell bildet dieser Abend den Höhepunkt des Festivals, weil die Chöre aus sechs Ländern bei ihrer jeweils 20minütigen Präsentation nicht nur stimmlich glänzen, sondern auch mit ausgefeilten, manchmal überschäumend fröhlichen und sehr phantasievollen Choreografien, in Nationaltracht oder in bunten Bühnenkostümen und mit landestypischen Instrumenten, die Zuhörer begeistern.

Als klarer Sieger stand heuer nach den festlichen Live-Fanfarenklängen aus den oberen Rängen des Bürgerzentrumsl der „Festino Chamber Choir“ aus St.Petersburg mit seiner Dirigentin Alexandra Makavora fest. Mit russischer Folklore, vor allem aber mit ihrer perfekt inszenierten Chorversion des Queen-Titels „Bohemian Rhapsody“ provozierten sie Beifallsstürme des Publikums und konnten mit 200 Stimmen ganz klar den ersten Platz erringen – sicher ein Trost dafür, dass sie am Vortrag von der Jury auf Platz 5 gesetzt wurden, was bei der Bekanntgabe von vielen Besuchern mit hörbarem Erstaunen zur Kenntnis genommen wurde.

Eindrucksvoll war der Abschlussbeitrag des „Maranatha Christian University Choir“ aus Indonesien,
Eindrucksvoll war der Abschlussbeitrag des „Maranatha Christian University Choir“ aus Indonesien,
in dem er eine Hommage an die Tsunamiopfer von Aceh zelebrierte. 

Mit 141 Stimmen landete der Sieger der Jurywertung, der „Maranatha Christian University Choir“ aus Indonesien, auf Platz zwei. Bei seiner Performance standen effektvolle Choreografie und temperamentvolle Präsentationen voller Lebensfreude im Zentrum, wobei der Tanz für die Tsunami-Opfer von Aceh Höhepunkt und Abschluss bildete. Sogar den Abmarsch zelebrierten die 33 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Augustinus Bambang Jusana noch als mitreißendes Spektakel.

Ganz knapp war die Entscheidung um Platz 3. Dort landete schließlich mit 89 Stimmen der slowenische Chor „Akademski Pevski Zbor Maribor“ mit seiner Leiterin Tadeja Vulc, der fünf atmosphärisch dichte, landestypische Volkslieder mit spürbarer Begeisterung und unter Verzicht auf aufgesetzte Effekte zelebriert hatte. Nur vier Punkte dahinter Janusz Wilinski mit seinem „Olsztyn Chamber Choir“ aus Polen, an dessen „Italien Salat“ im Stil einer perfekt inszenierten Verdi-Oper mit begeisternden Soli des Bass und vor allem eines exzellenten Counter-Tenors sich so mancher Musikfreund noch lange erinnern wird.

Mit 51 und 49 Stimmen landeten der „Coro Musica Viva“ aus Panama mit dem Dirigenten Jorge Ledezma-Bradley und der „Coro Pichincha“ aus Ecuador mit der Leiterin Cecilia Sanchez Arias auf den Plätzen fünf und sechs, was nicht gegen die Qualität der beiden Chöre sprach, sondern vermutlich eher an der Stückauswahl lag. „Quiquilla“, das Trauerlied einer Mutter um ihr totes Baby, mit dem die Gäste aus Ecuador ihren Vortrag begannen, war zwar atmosphärisch dicht, aber wohl nicht so ganz ideal für eine Publikumsentscheidung. Und auch der Chorleiter aus Panama konnte mit seinen beiden Kompositionen und mit den phantasievollen Kostümen seines Chors „nur“ 51 Stimmen aus dem Publikum gewinnen.

Alexandra Makarova (vierte von links) freut sich über den klaren Sieg in der Publikumswertung für ihren „Festino Chamber Choir“ aus Russland. Daneben die Chorleiter der anderen Chöre, links Philip Ehni, Vorstandsmitglied des Hauptsponsors, der Sparkasse Miltenberg-Obernburg, daneben Landrat Marco Scherf.
Alexandra Makarova (vierte von links) freut sich über den klaren Sieg in der Publikumswertung für ihren „Festino Chamber Choir“ aus Russland. Daneben die Chorleiter der anderen Chöre, links Philip Ehni, Vorstandsmitglied des Hauptsponsors, der Sparkasse Miltenberg-Obernburg, daneben Landrat Marco Scherf.

Allerdings gab es am Ende der vier Tage im Landkreis Miltenberg nur Sieger, wie auch zu Recht die Moderatorin des Abschlussabends, Birgit Hohm, zu Recht feststellte, als sie sympathisch durch das Programm führte. Der Festivalchor des Klaus G. Müller brillierte auch bei dieser Gelegenheit noch einmal mit sensiblen, abgerundeten Vorträgen von hoher Qualität, zwischen den Gästen aus sechs Ländern und ihren deutschen Gastgebern hat sich ein enges, oft auch freundschaftliches Verhältnis entwickelt, das – so die Erfahrungen aus den neun bisherigen Wettbewerben – oft jahrelang anhält und immer wieder neu belebt wird. Und dass die Gäste aus Russland, Panama, Indonesien, Slowenien, Polen und Ecuador diese Tage genossen haben – ganz unabhängig von den Plätzen, die sie schließlich belegten -, bewies die Stimmung vor der Auszählung der Stimmkarten. Das Foyer des Bürgerzentrums und der Vorplatz hatte sich in eine große Tanz- und Festmeile verwandelt, in der Teilnehmer und Besucher gemeinsam sangen und tanzten – was will man mehr?

Mit glänzenden solistischen Einlagen beeindruckte der „Olsztyn Chamber Choir“ aus Polen mit seinem Dirigenten Janusz Wilinski. Am Ende fehlten ihm vier Punkte zum dritten Platz der Publikumswertung.
Mit glänzenden solistischen Einlagen beeindruckte der „Olsztyn Chamber Choir“ aus Polen mit seinem Dirigenten Janusz Wilinski. Am Ende fehlten ihm vier Punkte zum dritten Platz der Publikumswertung.

Das Ergebnis der Publikumswertung bei Internationalen Chorwettbewerb in der Kategorie B: Folklore, Spiritual & Jazz

1. “Festino Chamber Choir”, Russland. Dirigentin: Alexandra Makarova, mit 200 Stimmen;

2. „Maranatha Christian University Choir“, Indonesien. Dirigent: Augustinus Bambang Jusana, mit 141 Stimmen;

3. “Akademski Pevski Zbor Maribor”, Slowenien. DirigentinTadeja Vulc, mit 89 Stimmen;

4. “Olsztyn Chamber Choir”, Polen. Dirigent: Janusz Wilinski, mit 85 Stimmen;

5. “Coro Musica Viva”, Panama. Dirigent: Jorge Ledezma-Bradley, mit 51 Stimmen;

6. “Coro Pichincha”, Ecuador. Dirigentin: Cecilia Sanchez Arias, mit 49 Stimmen.

Informationen im Internet: www.chorwettbewerb-miltenberg.de.


22.07.2014

„Sinfonie der Stimmen“ – Pflichtprogramm mit Suchtfaktor  - Internationaler Chorwettbewerb bot glänzende Leistungen und beste Unterhaltung 

Temperamentvoll und umjubelt: Der „Maranatha Christian University Choir“ mit seinem Dirigenten Augustinus Bambang Jusang begeisterte das Publikum in Elsenfeld.
Temperamentvoll und umjubelt: Der „Maranatha Christian University Choir“ mit seinem Dirigenten Augustinus Bambang Jusang begeisterte das Publikum in Elsenfeld.

Elsenfeld. Die Abschlussveranstaltung des Internationalen Chorwettbewerbs in Elsenfeld am Sonntagabend ist traditionell schnell ausverkauft – natürlich auch in diesem Jahr. Die „Pflicht“ am Samstagabend aber, bei der die sechs Gastchöre in jeweils 20 Minuten ein Pflichtstück und Chorsätze aus drei Jahrhunderten in reinem A-Capella-Gesang vortragen, gilt vielen als ein bisschen langweilig, so dass bisher im Bürgerzentrum immer viele Plätze frei blieben. Heuer war auch diese Veranstaltung sehr gut besucht und die Freunde anspruchsvoller Chormusik hatten damit eine gute Nase bewiesen.

Zweieinhalb Stunden lang kam nämlich kaum eine Sekunde Langeweile auf, als die Chöre ihre Interpretation des Pflichtstücks boten, der zeitgenössischen Mottete „Cantus gloriosus“ des polnischen Komponisten Józef Swider, einen bewegten, glanzvollen Lobgesang mit vielen Facetten von einem hohen Schwierigkeitsgrad. 50 Prozent der Jurybewertung hingen allein von diesem Stück ab und die Juroren, Professor Martin Steidler aus München zusammen mit den Chordirektoren Holger Blüder und Klaus G.Müller vom Untermain, mussten sich zwischen sehr unterschiedlichen Ansätzen entscheiden. Allein die Länge des Vortrags bewies, wie verschieden man Swiders Komposition interpretieren kann: Während der russische Chor ein hohes Tempo anschlug und nach knapp dreieinhalb Minuten das letzte „Halleluja“ anstimmte, kostete der polnische Chor die Schönheiten der Komposition eine gute Minute länger aus. Sehr große Differenzen, aber zugleich auch der Beweis, dass man auf sehr unterschiedlichen Wegen einem Werk gerecht werden kann.

Ein mächtiger Klangkörper mit viel Dynamik und Intensität: der Chor  „Akademski Pevski Zbor Maribor“ aus Slowenien mit seiner Dirigentin Tadeja Vulc.
Ein mächtiger Klangkörper mit viel Dynamik und Intensität: der Chor „Akademski Pevski Zbor Maribor“ aus Slowenien mit seiner Dirigentin Tadeja Vulc.

Viele Ehrengäste genossen den Abend – auch ein Botschaftsvertreter aus Panama war anwesend. Er musste allerdings erkennen, dass gerade „sein“ Chor bei diesem Wettbewerb als einziger spürbar abfiel. Der Haupt-grund: Das Durchschnittsalter der 28 Sängerinnen und Sänger erinnerte schmerzlich an ein großes Problem vieler deutscher Chöre, und so konnte der „Coro Musica Viva“ mit den frischen Stimmen und der mitreißenden Dynamik der anderen Bewerber nicht mithalten – auch wenn er durchaus ein gutes Beispiel gepflegten Chorge-sangs bot.

Ansonsten aber war es eher eine Millimeterentscheidung, die die Jury zu treffen hatte. Die anderen fünf Chöre hatten allesamt große Qualitäten, die 44 Sängerinnen und Sänger aus dem slowenischen Maribor überzeugten mit beeindruckendem Volumen und gestalteten im „Epilog“ eine dramatische Szene mit den Mitteln der Musik eindrucksvoll aus. Der polnische „Olyztyn Chamber Choir“ gefiel mit einem facettenreichen Programm zwi-schen stilvoll gedämpftem Chorgesang und frischen, temperamentvollen Passagen beispielsweise in Polesters „Missa Brevis Gloria“ oder im beseelten Klang von Lauridsens „O Magnus mysterium“. Den Publikumspreis hätte an diesem Abend eindeutig der „Maranatha Christian University Choir“ aus Indonesien gewonnen. Die 33 Akteure unter der souveränen Leitung von Augustinus Bambang Jusana, der seinem Chor auch einige Arran-gements auf den Leib geschrieben hatte, verwandelten die Pflichtübung mit ihrem Temperament und ihrer an-steckenden Begeisterung in eine umjubelte Kür und setzten mit dem Gloria aus der indonesischen Messe einen glänzenden Schlusspunkt, den sich so mancher Gläubige auch mal in einem deutschen Gotteshaus wünschen würde. 

Präzision und gute Artikulation zeichnete den „Festino Chamber Choir“ aus Russland
aus Russland mit seiner Dirigentin Alexandra Makarova aus.

Zwei Ensembles in Kammerchorgröße machten Musikfeinschmeckern besonders viel Freude. Die 16 Frauen und Männer des „Coro Pichincha“ aus Ecuador bildeten vom Alter her und von der hohen Qualität ihrer Stim-men ein verblüffend harmonisches Ensemble, als sie kraftvoll und dynamisch mit dem „Sanctus Benedictus“ ihr Programm starteten, und dann mit Vorträgen von großem Facettenreichtum überzeugten. Alle Variationen in Dynamik und im Wechsel zwischen Ensemble- und Sologesang wurden ausgereizt, immer wieder war ein authentischer lateinamerikanischer Sound hörbar und begeisterte das Publikum. Für Liebhaber perfekten Kammerchorgesangs – zu denen sich auch der Autor dieses Textes zählt – war schon mit dem Chor, der an erster Stelle ausgelost worden war, ein großer Favorit an der Reihe: Der „Festino Chamber Choir“ aus St.Petersburg begeisterte mit Präzision, Dynamik und Artikulation, beherrschte die elegante Lautmalerei unter der engagierten Leitung der erst 28jährigen Alexandra Makarova genau so souverän wie den vielstimmigen Jubel im Pflichtstück und schloss wirkungsvoll mit einer musikalisch-dramatischen Umsetzung von Ilya De-mutzkys „Titanik“.

Wie gesagt: Der russische Chor könnte gewonnen haben, aber auch der ganz anders auftretende Chor aus Indo-nesien könnte bei der Jury vorne liegen. Und die Chöre aus Ecuador, Polen und Slowenien? Ja, die könnten auch einen der ersten drei Plätze belegen. Gut, dass es fachkundige Juroren gibt!


22.07.2014

Die Geschäftsführerin des Main-Sängerbundes Heidemarie Schlund (links) und dessen Ehrenpräsident Franz Knebel überreichten am Donnerstagabend auf der Bühne des Bürgerzentrums Elsenfeld Gabriele Schmidt (rechts) die Karl-Friedrich-Leucht-Medaille. 

Die Geschäftsführerin des Main-Sängerbundes Heidemarie Schlund (links) und dessen Ehrenpräsident Franz Knebel überreichten am Donnerstagabend auf der Bühne des Bürgerzentrums Elsenfeld Gabriele Schmidt (rechts) die Karl-Friedrich-Leucht-Medaille. Mit dieser höchsten Auszeichnung des Sängerbundes, so Knebel, werde die Kulturreferentin des Landkreises für „besondere Verdienste um den Chorgesang“ geehrt. Schmidt erhielt die Auszeichnung beim Eröffnungskonzert des diesjährigen Chorfestivals auf der Bühne des Elsenfelder Bürgerzentrums. Knebel lobte: „Gabi Schmidt ist die Mutter dieser Veranstaltung und schafft es jedes Mal immer wieder, trotz der immensen Vorbereitungsarbeit auch noch im Projektchor mitzusingen.“ Knebel hob die Verdienste Schmidts um die Kultur im Landkreis hervor und nannte ihre Ernennung zur Kulturreferentin im Jahr 1994 einen „Glückgriff für den Landkreis“.

„Musik macht die Tür zur Seele auf!“

Brillantes Eröffnungskonzert leitet den 10. Internationalen Chorwettbewerb in Elsenfeld ein.

Mit zehn Chorsätzen lotete der Festivalchor unter Chordirektor Klaus G.Müller in Elsenfeld
Mit zehn Chorsätzen lotete der Festivalchor unter Chordirektor Klaus G.Müller in Elsenfeld alle Facetten anspruchsvollen Chorgesangs aus.

Als „einen der wichtigsten Chorwettbewerbe in Bayern“ lobte Kultusminister Ludwig Spaenle in seinem Grußwort des Festbuchs den Internationalen Chorwettbewerb, der seit 1996 im Elsenfelder Bürgerzentrum alle zwei Jahre stattfindet. Mit einem zweistündigen Eröffnungskonzert der Extraklasse wurde am Donnerstagabend die 10.Veranstaltung dieses Festivals festlich eingeleitet.

Thomas Zöller, stellvertretender Landrat des Kreises Miltenberg, eröffnete am Donnerstagabend das Festival im Jubiläumsjahr mit einem Zitat von Sophie Scholl: „Musik macht die Tür der Seele auf“ und zitierte mit Blick auf die sechs Gastchöre aus aller Welt Yehudi Menuhin, der gesagt hat: „Singen ist die Muttersprache aller Menschen“. Im festlich geschmückten Bürgerzentrum folgte dann vor rund 600 Besuchern ein Eröffnungskonzert, das bewies, wie viele Musiktalente und exzellente Sängerinnen und Sänger am Untermain zu finden sind. Zugleich bot es eine Huldigung an die Gastchöre.

Zwei Sängerinnen aus dem Festivalchor, den Chordirektor Klaus G. Müller in wenigen Monaten aus 53 Frauen und Männern vom Untermain, die Hälfe von ihnen aus dem Landkreis Miltenberg, zu einem harmonischen, überzeugenden Klangkörper geformt hat, sind besonders zu nennen: Birgit Rollmann aus Pflaumheim übersetzte die Reden für die Gäste locker und charmant ins Englische, Melanie Wolf aus Mömlingen, ein bewundernswertes Sprachentalent, stellte die Chöre aus Ecuador, Indonesien, Panama, Polen, Russland und Slowenien in poetischen, informativen Länderporträts vor und begrüßte alle Gäste in deren Muttersprache. Begeisterter Beifall der Gastchöre und ein lautes, spontanes „Spasiba“ als Dank eines russischen Sängers bewiesen, dass Melanie Wolf genau den richtigen Ton getroffen hatte.

Lukas Katter bot am Steinwayflügel brillante und ausdrucksstarke Klaviermusik aus zwei Jahrhunderten.
Lukas Katter bot am Steinwayflügel brillante und ausdrucksstarke Klaviermusik aus zwei Jahrhunderten.

Das folgende Programm machte dann viel Appetit auf die Veranstaltungen der nächsten drei Tage. Unter der einfühlsamen Leitung von Doris Völcker gab das Musikschulorchester aus Erlenbach mit Verdis „Triumphmarsch“ aus „Aida“ den Startschuss, wobei Völcker die meist jungen Musikerinnen und Musiker mit ihrem Arrangement glänzend zur Geltung brachte und mit den großen technischen Fähigkeiten der jungen Künstler einen harmonischen Klang ins Bürgerzentrum zauberte.

Einen zentralen Part hatte der speziell für dieses Ereignis zusammenstellte Festivalchor unter Klaus G. Müller übernommen. Mit zehn Chorsätzen lotete der gemischte Chor unter Müllers fester und zugleich höchst motivierender Leitung alle denkbaren Facetten anspruchsvoller Chorliteratur aus, glänzte beim sanften Piano des „Ubi Caritas“ von Maurice Duruflé, begeisterte mit der intensiv-innigen Atmosphäre in Bruchs „Herr, schicke, was du willt“, zelebrierte den Volksliedton in Regers „Mädchen mit den blauen Augen“ sehr gefühlvoll, aber nie pathetisch und provozierte mit der frischen und exakten Lautmalerei und mit witziger Stimmartistik in Poos’ „Hochzeit hielt das Mückelein“ einen Beifallssturm, der jedem Rockkonzert Ehre gemacht hätte. Ein schöner Kontrast folgte gegen Ende des Konzerts mit der stillen, innigen Freude des „You are the new day“ und mit der dramatisch-musikalischen Szenerie der „Bohemian Rhaspodie“, bei der Lukas Katter am Flügel ein kongenialer Begleiter war.

Viel Beifall gab es von den sechs Gastchören, als Melanie Wolf aus Mömlingen
Viel Beifall gab es von den sechs Gastchören, als Melanie Wolf aus Mömlingen sie jeweils in deren Muttersprache begrüßte.

Dieser Lukas Katter, 17jähriger Pianist und Komponist, der auf Landes- und Bundesebene bei „Jugend musiziert“ als Schüler von Holger Blüder schon große Erfolge feiern konnte, wurde euphorisch bejubelt, als er mit verblüffender Souveränität und sehr ausdrucksstark auf dem Steinwayflügel die technische Brillanz in Schostakowitschs „Präludium und Fuge a-moll“ genau so überzeugend vorführte wie den typischen Mozart- und den Chopin-Sound in einer Sonate und bei einem Nocturne, bevor er mit einer Etüde selbst Klassikkennern mit der b-moll-Etüde von Adolph von Henselt noch eine kleine, aber feine Entdeckung bescherte.

Zwei weitere Auftritte von Klaus G. Müller, diesmal mit seinem hochdekorierten Männerchor, dem Vokalensemble Mömlingen, rundeten den Abend ab. Die zwei Dutzend Sänger schafften es bei Hugo Alfvèns Chorsatz in atmosphärischer Dichte kurz vor 22 Uhr in der Halle „Morgendämmerung am Meer“ vor Augen und Ohren zu führen, bevor sie mit dem frischen, lebendigen und pointierten „Ride the chariot“ ihren Schlusspunkt setzten und dabei mit dem geschlossenen Ensembleklang und mit ausdrucksstarken Tenor- und Basssoli ahnen ließen, worauf sich Musikfreunde bis zum Sonntagabend freuen dürfen.

Zahlen und Fakten: Internationaler Chorwettbewerb in Elsenfeld
Die sechs Gastchöre waren heuer unter 43 Bewerbern ausgewählt worden. Der „Coro Pichincha“ kommt aus Ecuador, der „Maranatha Christian University Choir“ aus Indonesien, der „Coro Musica Viva“ aus Panama, der „Olsztyn Chamber Choir“ aus Polen, der „Festino Chamber Choir“ aus Russland und der „Akademski Pevski Zbor Maribor“ aus Slowenien. Die gemischten Chöre bestehen aus 16 bis 44 Sängerinnen und Sängern. Während des Wettbewerbs leben sie bei ihren sechs Gastgeberchören aus dem Landkreis Miltenberg.

Die Chöre treten in zwei Wettbewerben gegeneinander an. Am Samstag müssen in der „Sinfonie der Stimmen“ werden in maximal 20 Minuten in a-cappella-Gesang jeweils das Pflichtstück „Cantus gloriosus“ von Jozef Swider und selbst gewählte Kompositionen interpretiert. Eine Jury mit Professor Martin Steidler aus München und den beiden Chordirektoren Holger Blüder und Klaus G. Müller vergibt bis zu 25 Punkte für die technische und die künstlerische Ausführung.

Am Sonntag entscheidet in „Folklore, Spiritual & Jazz“ das Publikum mit Stimmzetteln über die Preise. In maximal 15 Minuten können landestypische Instrumente eingesetzt werden, Landes- oder Nationaltracht ist genau so erwünscht wie Show- und Choreografieelemente. Es waren Pokale und Diplome in Bronze, Silber und Gold verliehen, dazu kommen Geldpreise in der Gesamthöhe von 5250 Euro.

Die „Sinfonie der Stimmen“ beginnt am Samstag, 19.7., um 19 Uhr im Elsenfelder Bürgerzentrum. „Folklore, Spiritual & Jazz“ mit Preisverleihung folgt Sonntag, 20.7., um 17 Uhr im Bürgerzentrum. Informationen im Internet: www.chorwettbewerb-miltenberg.de, Karten auch über das Telefon des veranstaltenden Kulturreferats: 09371 501-506 und an der Abendkasse.


08.04.2014

Chöre aus Ecuador, Indonesien, Panama, Polen, Russland und Slowenien beim 10. Internationaler Chorwettbewerb.

Bereits zum zehnten Mal wird der Internationale Chorwettbewerb in Elsenfeld über Grenzen und Kontinente hinweg mit Gesang die Herzen und die Menschen zusammenführen. Die Schirmherrschaft des von Donnerstag bis Sonntag, 17. bis 20. Juli, stattfindenden Wettbewerbs hat erneut Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer übernommen.

Die sechs Chöre, die aus 35 Bewerbungen aus zwölf Nationen ausgewählt wurden, sind allesamt Spitzenchöre. Die ausgewählten Chöre Akademski Pevski Zbar Maribor (Slowenien), Festino Chamber Choir St. Petersburg (Russland), Olsztyn Chamber Choir (Polen), Coro Musica Viva (Panama), Maranatha Christian University Choir Bandung West Java (Indonesien) und Coro „Pichincha“ Quito (Ecuador) werden zu einem späteren Zeitpunkt einzeln vorgestellt.

Neben den hervorragenden gesanglichen und musikalischen Beiträgen, die an diesen vier Tagen zu hören sein werden, wird sich in Vereinen, Schulen, Gemeinden und Gastfamilien eine eigene Dynamik der Völkerverständigung entwickeln. Atmosphäre und Charme dieses kleinen, aber hochwertigen Chorwettbewerbs suchen ihresgleichen. Auch auf der internationalen Chorebene gewinnt der Wettbewerb immer mehr Freunde und hat einen

sehr guten Namen. Die Gastchöre werden zudem an mehreren weiterführenden Schulen im Landkreis auftreten, damit sich die Jugend wieder mehr für den Gesang begeistert.

Nach dem phänomenalen Erfolg der letzten Chorwettbewerbe probt auch der Festivalchor wieder fleißig. Er wird maßgeblich das Eröffnungskonzert am Donnerstag, 17. Juli, im Bürgerzentrum Elsenfeld gestalten und die Preisverleihung am Sonntag, 20. Juli, umrahmen. Die Basis für die Männerstimmen bildet das Vocalensemble Mömlingen, das aus ausgewählten Stimmen des Landkreises besteht. Der Leiter dieses Chores und gleichzeitig auch musikalischer Leiter des Chorwettbewerbs ist Chordirektor Klaus G. Mueller aus Mömlingen. Am Donnerstag, 17. Juli, beginnt mit der „Ouvertüre“, dem Eröffnungskonzert im Bürgerzentrum, und der offiziellen Begrüßung der Gastchöre das große Ereignis. Am Freitag, 18. Juli, werden in den Gastkommunen Erlenbach, Großwallstadt, Kirchzell, Laudenbach, Schneeberg und Trennfurt Einzelkonzerte der Spitzenchöre in Kirchen und Hallen stattfinden. Der Samstag im Bürgerzentrum Elsenfeld steht unter dem Motto „A-cappella-Chormusik aus fünf Jahrhunderten“. Dieser erste Teil des Chorwettbewerbs bildet zugleich den ersten qualitativen Höhepunkt.

„Folklore, Spiritual & Jazz“ erwartet die Besucher am Sonntag, 20. Juli, im Bürgerzentrum zum zweiten Teil des Chorwettbewerbs, bei dem die Besucher den Gewinnerchor wählen. An diesem Abend werden alle Gewinner bekannt gegeben. Um die Völkerverbindung auch nach dem Wettbewerb weiter zu leben, könnte es keinen besseren Platz als das Musikfest „Unter den Linden“ geben, das sich an das Bürgerzentrum anschließt. Dieser idealen Kombination war es schon bei vorangegangenen Chorwettbewerben zu verdanken, dass sich unbeschreibliche Szenen und gemeinsame Emotionen abgespielt haben.

Ideal ist auch die Kombination der Veranstalter Landkreis Miltenberg, Sängerkreise Miltenberg und Obernburg, Bezirk Unterfranken, Markt Elsenfeld und die Unterstützung der Sparkasse Miltenberg-Obernburg. Nur durch dieses gemeinsame Auftreten kann der Erfolg des „Festivals der Stimmen, Völkerverständigung und Gefühle“ garantiert werden.

Der Vorverkauf startet am Montag, 14. April. Karten sind beim Kulturreferat (Telefon 09371 501-506; Fax: 09371 501-79506, E-Mail: kultur@lra-mil.de) erhältlich. 

Chorwettbewerb 2012
Chorwettbewerb 2012
Festivalchor 2012
Festivalchor 2012


 

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