Internationaler Chorwettbewerb im Landkreis Miltenberg - Aktuelles und Konzerte
Internationaler Chorwettbewerb im Landkreis Miltenberg

Musikalische Völkerverständigung im Landkreis Miltenberg  - 11. Internationaler Chorwettbewerb in Elsenfeld

Der 11. Internationale Chorwettbewerb begeisterte an vier Tagen fast 500 Besucher im Bürgerzentrum Elsenfeld und in den Gemeinden, die kamen um die rund 200 Sängerinnen und Sänger der Chöre aus Kolumbien, Dänemark, Irland, Serbien, Portugal und von den Philippinen zu hören. Die Gastchöre und ihre Gastfamilien haben in dieser Zeit gezeigt, was Völkerverständigung bedeutet und gleichzeitig war auch während der Konzerte und sogar spontan immer wieder herausragender Chorgesang zu erleben.

Das Ergebnis des musikalischen Wettstreits, welches am Sonntag für Kategorie A – „Sinfonie der Stimmen“, Kategorie B – „Folklore, Spiritual & Jazz“ und den Ehrenpreis verkündet wurde, war schon fast nebensächlich in der guten Stimmung die unter den Chören und Gastgebern herrschte.

Dennoch freuten sich die 15 Frauen und 13 Männer des Coro Universidad Autónoma de Bucaramanga aus Kolumbien unter der Leitung von Dirigent Rafael Ángel Suescún Mariño, als feststand, dass sie als die großen Sieger aus dem Wettbewerb hervorgehen. Der kolumbianische Chor gewann mit knappem Vorsprung vor Serbien den 1. Preis der Kategorie A, übernahm für die beste Interpretation des Pflichtstückes den bayerischen Löwen aus Porzellan als Ehrenpreis des Schirmherrn, des Ministerpräsidenten Horst Seehofer, aus den Händen von Justizminister Winfried Bausback entgegen und überzeugte auch das Publikum in Kategorie B mit einem farbenfrohen und temperamentvollen Auftritt am Sonntag. Ebenfalls sehr überzeugend für das Publikum war der Auftritt des dänischen Chores, der mit seinen Interpretationen dänischer Folklore das Publikum begeisterte und ein idealer Botschafter des Landes und seiner Kultur auftrat.

Chorwettbewerb 2016 

Viele der Besucher im Bürgerzentrum waren bereits zum eiderholten Male bei einem der seit 1996 stattfindenden Chorwettbewerbe dabei, und sowohl sie als auch die Experten waren sich einig, dass das Niveau der Chöre noch nie so ausgeglichen war. Diese Meinung spiegelt sich in dem Urteil der Fachjury vom Samstag wieder: alle sechs Chöre erhielten eine Urkunde mit einer Mindestbewertung von 16 von 25 Punkten - der Grenze, an der nach den strengen Regeln die Einstufung als mindestens „international gute Leistung“ endet.

Die Chöre aus Portugal und von den Philippinen, die es leider nicht unter die ersten drei Plätze schafften, konnten dennoch beim Publikum viele Sympathien und damit jeweils mehr als 10 Prozent der abgegebenen Stimmen am Sonntag sammeln.

„Musik drückt die Harmonie der Welt aus“; mit diesen Worten zitierte Staatsminister Bausback den Geiger Yehudi Menuhin bei der Übergabe des Bayerischen Löwens an den kolumbianischen Chor. Begegnungen wie der Chorwettbewerb, bei dem unterschiedliche Nationen im Zeichen der Musik zusammen kommen, sind heutzutage wichtiger denn je. Sie machen deutlich, dass Abseits der Schauplätze von Hass und Gewalt unterschiedliche Nationen zusammen kommen und gemeinsam ein Zeichen für die Völkerverständigung setzen können. Dieser Gedanke wurde am diesjährigen Chorwettbewerb noch einmal aufgegriffen, als die 200 Chorsänger und 700 Besucher nicht nur die dritte Strophe des Deutschlandliedes sondern auch Beethovens „Ode an die Freude“, die Europahymne, anstimmten.
Der Chorwettbewerb hat neben dem Bürgerzentrum in Elsenfeld weitere Schauplätze im Landkreis, so an Schulen und in Gemeinden. Die Besuche der Chöre an den Landkreisschulen werden sicher noch lange als besondere Erlebnisse im Gedächtnis der Schüler bleiben, so zum Beispiel der Besuch des kolumbianischen Chores im Elsenfelder Gymnasium, wo sich Dirigent Rafael Ángel Suescún Mariño als Musikbotschafter seines Landes präsentierte und dabei gegen gängige (Vor-)Urteile ankämpfte: „Wir bringen euch Musik und Freundschaft, nicht Drogen und Gewalt!“
Beim Ausflug in Miltenberg begeisterten die Chöre durch spontane Auftritte in der Fußgängerzone Einheimische und Touristen und die gemeinsamen Konzerte mit den Gastgebern in den Gemeinden Großwallstadt, Kleinheubach, Obernburg, Schneeberg, Sulzbach und Umpfenbach tragen ohne Zweifel zur Bereicherung der Chorlandschaft bei.

Die feierliche Eröffnung des Wettbewerbs am Donnerstag, die vom Festivalchor und dem Mömlinger Vokalensemble unter der Leitung von Klaus G. Mueller gestaltet wurde, hinterließ genauso seine Eindrücke wie auch die beiden Festivaltage Samstag und Sonntag. Das Publikum wird noch lange von den Auftritten und Glanzstücken der Chöre schwärmen können. Zu diesen gehören sicher die Auftritte der Dänen in farbenfrohen Kostümen, die mit musikalischen und schauspielerischen Folkloreinszenierungen begeisterten und das Schlaflied mit einer hervorragenden Solistin des kolumbianischen Chores. Aber auch die Auftritte der Iren mit ihrem breitgefächerten Programm, einer Irischen Stepptänzerin und traditionellen Instrumenten auf der Bühne war ebenso beeindruckend wie Lautmalereien des Universitätschores der Philippinen, die stimmlich perfekt inszenierten traditionellen Geschichten der Serben und der Auftritt des portugiesischen Chores, der auf alle vordergründigen Effekte verzichtete.

Zur feierlichen Übergabe der Preise blies ein Ensemble der „Fränkischen Rebläuse“ mit Fanfaren von der Empore des Bürgerzentrums und der Festivalchor unter der Leitung von Klaus G. Mueller übernahm mit harmonischen Chorsätzen die musikalische Verabschiedung der Gäste.

11. International Chorwettbewerb – Ergebnisse:

Kategorie A, “Sinfonie der Stimmen”: Die Bewertung der Chöre erfolgt durch die Fachjury bestehend aus Karl Friedrich Beringer, Holger Blüder und Klaus G. Mueller.
Programm: “Beati Quorum Via, op. 38” von Charles Villers Standfort als diesjähriges Pflichtstück und weitere selbstgewählte Kompositionen aus mindestens drei Stilepochen. Jeder Chor hatte rund 20 Minuten für seinen Auftritt zur Verfügung. 

  1. Kolumbien, 24 Punkte, Golddiplom und 1500 Euro; 
  2. Serbien, 23,5 Punkte, Golddiplom und 1000 Euro; 
  3. Dänemark, 22 Punkte, Silberdiplom und 500 Euro; 
  4. Portugal, 20,5 Punkte, Bronzediplom; 
  5. Philippinen, 19 Punkte, Bronzediplom; 
  6. Irland, 16,5 Punkte, Bronzediplom.

Den Ehrenpreis – den Bayerische Löwe – des Bayerischen Staatsministers erhielt der kolumbianische Chor für die beste Interpretation des Pflichtstückes „Beati Quorum Via“.

Kategorie B, „Folklore, Spiritual & Jazz“: Das Publikum wählt hier die Siegerchöre.
Programm: Acapella-Gesang; die Begleitung durch landestypische Instrumente ist erlaub, die Nutzung eines Klaviers allerdings nicht. Frei wählbares Programm von etwa 15 Minuten. Nationaltracht oder Bühnenkostüme, Show- und Choreografie-elemente sind erwünscht. 

  1. Kolumbien 221 Stimmen, 1000 Euro; 
  2. Dänemark 133 Stimmen, 750 Euro; 
  3. Irland 95 Stimmen, 500 Euro; 
  4. Serbien 68 Stimmen; 
  5. Philippinen 62 Stimmen; 
  6. Portugal 56 Stimmen.

© 2009 Landratsamt Miltenberg | Brückenstr. 2 | 63897 Miltenberg | Tel: 09371 501 0